Samstag, 25. November 2017 // 23:00
14 JAHRE TANZHAUS WEST

Vril
Alex.Do
Einzelkind

VRIL live [dystopian, staub]
Alex.Do [dystopian]
Einzelkind [pressure trax]
DoubtingThomas live [eastenderz]
David Delgado [club der visionäre]
Peter Schumann [platte international, kater blau]
Bo Irion [dora brilliant]
DJ Slowhand [dora brilliant]
Plague [ravebotta, tanzhaus west]
Peter Eilmes [straight]
Tim Eder [dora brilliant]
Maus & Herr Schmidt [dora brilliant]
Ben Brown [hotel digital]
Grille & Steve Simon [toxic family]
Daniele Coppola [we are together]
DJ George Perry [move]
Conzuela Numez [berlin]
Laura Weider live [berlin]

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Finally vierzehn! Runde Sache, stolze Zahl. Fast anderthalb Jahrzehnte Partyerfahrung auf dem Buckel und doch gerade erst im Teenageralter angekommen. Ein spannendes Alter, wie wir finden. Alt genug, um durch die jahrelange Erfahrung einen gewissen Grad an Professionalität in den bürokratischen Abläufen, den Umgang mit technischer Infrastruktur und ein auf ein gesund gewachsenes Netzwerk an Künstler*innen, Freund*innen, und Unterstützer*innen zurückgreifen zu können. Gleichzeit immer noch jung genug, um neugierig und offen für frische Impulse, Themen und Ansätze zu sein. Abgefahrenheit ever, Eingefahrenheit never! Womöglich ist das schon das simple Geheimnis? Sich selbst treu und dennoch immer in Bewegung bleiben? Wir glauben jedenfalls auch nach vierzehn Jahren noch an einige simple Grundsätze, die sich allen Trends und Moden zum Trotz nie geändert haben: Wir glauben daran, dass elektronische Musik am besten laut und in Industriehallen serviert wird. Wir sind überzeugt von der Qualität der regionalen Elektonik-Szene und präsentieren Sie gemeinsam mit internationalen Acts. Wir sind der Meinung, dass DJ-Pulte ebenerdig zu stehen haben, damit sich Acts und Crowd auf Augenhöhe begegnen können. Und als wichtigstes: You may be black, you may be white and the freaks are alright! Wo du herkommst, woran du glaubst, was du machst, was du hast und wen du liebst spielt weder in Jack‘s House noch im Tanzhaus eine Rolle. Eines steht außerdem fest: Wir sind jetzt offiziell „too old to die young“. Deshalb feiern wir unseren Geburtstag auch so, als gäbe es kein morgen. Wenn wir so darüber nachdenken, ist letztlich auch seit vierzehn Jahren das Konzept. Im Moment leben, jede Nacht ohne Reue genießen und wenn überhaupt dann optimistisch und nicht all zu weit in die Zukunft schauen. Carpe Diem! #ThänkYou für vierzehn wilde Jahre. We have only just begun!

Der Name ist Programm! Dystopian ist eines der Labels, die mit einem konsistenten künstlerischen Konzept ein spannendes audio-visuellles Universum mit einer klaren Signatur geschaffen haben. Verlassene Fabrikhallen, eine pessimistische gesellschaftliche Zukunftsvision, ein düsteres Klang- und Weltbild. Hands up in the air, the end is near! Der Stoff aus dem Dystopien sind, eben, und ein Szenario, wie es perfekt in die altehrwürdigen Werkshallen des Tanzhauses passt. Die Groove hat die Dystopian-Crew vor Jahren schon - völlig zu recht - als besonders einflussreiche Vertreter einer neuen, jungen Berliner Technogeneration identifiziert. Und Alex.Do gehört zu jenen, die von Anfang das künstlerische Gesamtwerk Dystopian, das inzwischen neben eigenen Veranstaltungen, das Label und eine Agentur umfasst, mitgeprägt hat. Die Konstante in Alex‘ Sets ist Überraschung, die Neugier ist sein Antrieb. Er hat das große Talent, unterschiedlichste Einflüsse in seinen Sets zu einen stimmigen Gesamtbild zu verbinden. Als Produzent debütierte er vor drei Jahren mit seiner „Stalker EP“ auf - wo sonst - Dystopian. Vergangenes Jahr legte er eben dort eindrucksvoll nach. Seine „Beyond The Black Rainbow EP“ ist der perfekte Soundtrack für den gediegenen Höllenritt durch die postindustrielle Apokalypse. Vril bildet den idealen Reisebegleiter für diesen musikalisch-dystopischen Roadtrip. Es ist kein Zufall, dass die beiden bei ihren vergangenen Auftritten im Frankfurter Westen jeweils gemeinsam da waren. Never change a thrilling team! Zu stimmig ist das Szenario, dass die beiden im Doppelpack in düsteren Grautönen auf den Floors skizzierten. Es knistert, knackt und knirscht wo immer Vril sein Live-Equipment aufbaut. Vrils Labelheimat ist Giegling, ein Label mit einem vergleichbar stringentem konzeptionellen Überbau. Brüder im Geiste der Maschine, quasi. Nach „Torus“ und „Portal“ hat er dieses Jahr mit „Anima Mundi“ zum dritten Mal in Albumlänge veröffentlicht und dafür mit dem Kassetten-Format ein Medium gewählt, dass nicht nur wir gegenwärtig wieder unheimlich sexy finden. Ein wunderbares Collector-Item für Techno-Afficionados. Wie einst schon seine heiß begehrt Giegling Staub Serie, die mit den zehn Tracks „V1“ bis „V10“ eine geschlossene Definition von Vrils dubbig-düsterer Vision von Techno bilden.

Ansonsten haben sich wie üblich viele Geburtstagsgratulanten aus Berlin angekündigt. Ein Tanzhaus-Birthday wäre nicht komplett ohne Peter Schumann, Resident der ersten Stunde, den es schon vor vielen Jahren nach Berlin verschlagen hat. Dort ist er nach wie vor einer unserer wichtigsten Tippgeber vor Ort für neue Namen und Impulse im hauptstädtischen Elektronikzirkus, und fester Bestandteil des Kater-Kontinuums. Mit großer Bewunderung vermerken wir, wie sein spannender, internationaler Tourplan ihm jedes Jahr neue Stempel in den Reisepass beschert. Südamerika? Check. USA? Schon lange? Goa? Na, klar! Osteuropa und Türkei? Sowieso! Bei Einzelkind ist die Entwicklung ganz ähnlich. Arno ist ein lokaler verwurzelter Netzwerker, dessen Tourplan sich weit über Europa hinaus bewegt, insbesondere seit er Teil des Cocoon-Artist-Rosters ist. Seinen Lebensmittelpunkt hat er inzwischen ebenfalls in die Hauptstadt verlagert. Auch in Sachen Label-Arbeit, bei der Arno immer wieder interessante neue Kooperationen anschiebt, läuft es rund. Neben seinen beiden Pferdchen La Peña Records und Pressure Traxx hat erstgenannt und erstgeborenes Imprint mit La Peña Shots ein spannendes 10“ Sub-Label verpasst bekommen, dass regelmäßig neue Namen ins Spiel bringt. Der Franzose Doubting Thomas aka Aurélien Rivière hat ebenfalls inzwischen sein Basecamp an der Spree aufgeschlagen. Auch er hat bereits dreimal in Albumlänge veröffentlicht. In diesem Format wird besonders gut seine breitgefächerte, musikalische Sozialisation deutlich und klingen auch seine Wurzeln im Trip-Hop und Downtempo besonders durch. Besonders großen Eindruck hinterließ Aurélien mit seinen stilprägenden Veröffentlichungen auf dem Londoner Eastenderz-Imprint bei uns. Berlin ist und bleibt ein Sehnsuchtsort und Schmelztiegel für Techno-Liebhaber aus aller Welt. Für David Delgado, Resident der Meltdown-Nächte im Club der Visionäre, führte der Weg in den Musik-Meltingpot von Bogota aus über Manchester und London an die Spree. Spannend ist die Geschichte wie er zu seiner Residency bei den Visionäre kam, zumal die Story ebenfalls einen Bezug zu einem Exil-Frankfurter aufweist. Er erbte bei einer Meltdown-Nacht einen Slot von Groove-Gründer und Get-Physical-Boss DJ T., lieferte eine irres Set bis in den Nachmittag ab und wurde von den Club-Der-Visionäre-Machern vom Fleck weg adoptiert. Ansonsten sind seine Produktionen extrem aufregend. David paart einen minimalistischen Ansatz mit einen verspielt-improvisatorischem Jazz-Anteil. Neben Veröffentlichungen auf Moan und Highgrade stehen inzwischen eine ganze Reihe von Kooperationen mit Mihai Popoviciu in seiner Discografie.


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✅ Regular | 14,40 € inkl. Geb. zzgl. Versand
✅ AK: 18 eur

Tanzhaus West & Dora Brilliant | Techno, House